Beispiel
 
Herbularia
Das Online-Kräuterbuch
 
Johanniskraut   
 
 
Latein. Name : Hypericum perforatum   Familie : Hartheugewächse - Hyperaceae
 
Volksnamen : Alfblut, Christi Wundkraut, Elfenblutkraut, Fuga daemonum, Hartenau, Hartheu, Hexenkraut, Jägerteufel, Johannisblut, Konradskraut, Mannskraft, Scharnokelkraut, Sonnenwendkraut, Tüpfeljohanniskraut, Unser Frauen Bettstroh, Walpurgiskraut, wild Gartheil   Sonstige
Namen :
E: St. John´s wort, amber
F: Millepertuis
 
Verwendeter
Teil :
Blühende Triebspitzen - VI-IX - Hyperici herba
Rotöl - Hyperici oleum
  Anwendungs-
form :
Tee, Tinktur, Rotöl (Ölauszug), Einreibung, Creme
Paßt gut zu: Arnika, Mohnblütenöl (als Auszugsöl), Ringelblume
 
Botanisches : Mehrjährige Pflanze, spindelförmige, sich verästelnde Wurzel, ca. 50cm hoher, zweikantiger Stängel, sich oben verzweigend. Ovale Blätter mit vielen durchscheinenden Punkten, die das rote Hypericin speichern. Blüte (Juni/Sept.) in Trugdolden aus vielen einzelnen fünfblättrigen sonnengelben Einzelblüten, aus deren Mitte die langen goldgelben Staubgefäße ragen. Wächst auf sonnigen, trockenen Wiesen und Wegrändern.
 
Inhaltsstoffe : ätherische Öle, Hypericin (roter Farbstoff), Gerbstoffe, Bitterstoffe, Harze, Phytosterin, Eiweiß
 
Heilkunde : Hauptanwendungsgebiet: psychische und psychosomati, Depression, depressive Verstimmung, Angstzustände, Depression (Wechseljahre), Melancholie, Hysterie, Schlaflosigkeit, geistige Überanstrengung, Prüfungsangst;
Neuralgie, Trigeminusneuralgie, Ischias, Rückenschmerzen, Gürtelrose, Kopfschmerzen, Herpes labialis, Windpocken, Streß, Herpes zoster;
Unterleibsbeschwerden (Frau), Gebärmutterkrämpfe, Endometritis (Entzündung der Gebärmutterinnenwand), Prämenstruelles Syndrom, Menstruation (schmerzhaft);
Wunden, Verbrennungen, Quetschungen, Bluterguß, Sonnenbrand;
Gicht, Rheuma, Gelenksrheumatismus;
Bettnässen der Kinder, Inkontinenz;
Husten, Grippe;
Magen/Darmleiden, Durchfall, Kolik
 
Gegenanzeige : Bei kurmässiger Einnahme kann die Haut bei empfindlichen Menschen lichtempfindlich (Photosensibilisierung) werden! Wirkt leicht stopfend.
 
Volksmedizin : Universalmittel bei (neuralgischen) Schmerzen, Wetterfühligkeit, Koliken, Darmentzündung, bei Würmern. Gilt bei Pfarrer Kneipp als vorzügliches Leberheilmittel. Gehörte zu den Bettstrohkräutern, auf die Gebärende gebettet wurden, um Mutter und Kind vor Krankheit und Verhexung zu schützen. Wird bei sexueller Übererregung Jugendlicher eingesetzt.
 
Homöopathie : Hypericum, aus der ganzen, blühenden Pflanze; bei allen nervlichen Leiden, Verletzung von Nerven, Gehirnerschütterung, nach Zahnarztbesuch (z.B. Wurzelbehandlung), Sonnenstich, stumpfe Verletzungen.
 
Wirkung : antidepressiv, stimmungsaufhellend, krampflösend, schmerzlindernd, zusammenziehend, wundheilungsfördernd, antiviral, Galleproduktion, fördert, harntreibend, schleimlösend, antibiotisch, menstruatiosfördernd, beruhigend, narbenbildend
 
Blütenessenz : St. John´s Wort, kalifornische Blütenessenz, hilft bei Ängstlichkeit, mangelnder Selbstsicherheit, Zukunftsängsten. Fördert innere Sicherheit, Mut, die Kraft, sich neuen Situationen zu stellen. Umgibt uns mit einem Schutzmantel (aus Licht).
 
Kosmetik : Die Blüten in Mandelöl angesetzt, ergeben eine gute Hautpflege bei trockener, rissiger, aber auch bei unreiner Haut, wirkt regenerierend.
 
Kulinarisch : Keine Verwendung
 
Garten : Mehrjährige Pflanze, braucht einen vollsonnigen Standort, ist ansonsten völlig anspruchslos und versamt sich dort auch bereitwillig.
 
Tiermedizin : Bei Wunden äußerlich benutzen, gilt in Amerika als Weideunkraut, da das hellhäutige Vieh dort Sonnenbrand nach dem Abweiden des dort häufigen Johanniskrauts bekommt.
 
Brauchtum : Name: griech. huper eikon=über eine Erscheinung, bezieht sich auf seine dämonenabwehrende Kraft, lat. perforatum=durchlöchert -> die Öldrüsen in den Blättern, die wie Löcher aussehen, lt. Sage soll sich der Teufel so über die Heilkraft geärgert haben, daß er die Pflanze mit tausenden von Stichen zu vernichten versuchte. Das dt. "Johannis" bezieht sich auf die rituelle Verwendung als Sonnwendkraut=Johanni, dem es in der christlichen Tradition auch geweiht war. Die an Johanni gesammelten Blüten galten als besonders heilkräftig, das Hypericin gilt als stofflich gewordenes Licht.. Ein Blütenkranz auf dem Kopf getragen, symbolisierte die Verbindung mit dem Licht. Es war Bestandteil des Sonnwendbuschen und wurde in Haus und Stall als Schutz vor Verhexung, Blitzeinschlag und Krankheit aufgehängt. Liebesorakel: Blüten zwischen den Fingern zerdrücken und folgenden Spruch dazu aufsagen: "Bist du mir gut, gibst du mir Blut, bist du mir gram, gibst mir Schlam(Schleim)" - bei erwiderter Liebe tritt der rote Blütenfarbstoff aus. Unter das Kopfkissen gelegt, erschien ledigen Frauen ihr zukünftiger Ehemann im Traum.
 
Astrolog.
Zuordnung :
Sonne
 
Magie : Wetterzauber, Dämonenabwehr, vor allem in Räucherungen, Gesundheit, Schutz, gegen angezauberte Liebe.
 
Literatur : Ist denn keine alte Frau,
die kann pflücken Hartenau,
damit sich das Gewitter stau?
(Wetterzauber - kam lt. Sage als geheimnisvoller Hinweis aus den Wolken)

Hartenau und Dill,
macht ´s Gewitter still.
(Wetterzauber, dazu die Pflanzen (aus dem Kräuterbuschen) ins Feuer werfen)
 
Sonstiges : Universalheilmittel des Paracelsus. Ist bei seelischen Problemen eher für dunkelhaarige Menschen geeignet, für hellhäutige Typen ist die Schlüsselblumenblüte ein gute Wahl. In der Blumensprache steht Johanniskraut für Aberglauben.